Endoskopische Neurochirurgie nach Caemaert

Die jüngsten Entwicklungen bildgebender Verfahren haben das Interesse an der endoskopischen Neurochirurgie wieder aufleben lassen. Endoskopische
Verfahren eignen sich besonders, bei Krankheitsbildern in der Neurochirugie im para- und intraventrikularen Bereich sowie bei Zysten. CT- und Kernspinnthomographie liefern ausgezeichnete Bilder dieser Anomalien, wodurch eine exakte Vorgehensplanung möglich wird. Nicht immer ist das endoskopische Verfahren in der Neurochirurgie die einzige Alternative, aber in manchen Fällen ist es den herkömmlichen und teilweise "blinden" stereotaktischen Techniken überlegen. Der Eingriff kann durch eine einziges Bohrloch hindurch erfolgen. Oft kann der Patient das Krankenhaus schon am Tag nach der Operation verlassen.

Erst in jüngster Zeit sind geeignete, speziell für die endoskopische Neuroschirurgie im Zerebralbereich konstruierte Instrumente entwickelt worden. Im Jahr 1986 beschrieb Jacques Caemaert von der Abteilung für Neurochirurgie in der Universitätsklinik Gent, Belgien, den ersten Prototyp eines neuen Mehrzweck-Neuroendoskops.
Die Anforderungen an dieses endoskopische neurochirurgisches Instrument waren:
Maximaler Aussendurchmesser 6 mm
kreisförmiger Querschnitt, um eine Drehung um seine eigene Achse zu ermöglichen
lange starre Hülse, geeignet zur freihändigen Einführung und mit jedem Stereotaxierahmen
Möglichkeit für simultane visuelle Kontrolle und Operation
ständige Spülung über separate Zu-, Ablauf- und Instrumentierkanäle, die selbst groß genug sind, um schlanke Zusatzinstrumente aufnehmen zu können

Spezielles Instrumentarium für die endoskopische Neurochirurgie. 8765 Schaft, Ø 6 mm, mit Arbeitskanal ø 2,2 mm (7 Charr.), Zu- und Ablaufkanal ø je 1 mm
Entwicklung eines optimierten Instrumentarium für die endoskopische Neurochirurgie

Für die endoskopische Neurochirurgie entwickelte Richard WOLF ein spezielles Instrumentarium das den Anforderungen des Neurochirurgen gerecht wird. Nachdem eine lange Reihe von Versuchsoperationen mit 5 unterschiedlichen Prototypen durchgeführt worden war, lag das neurochirurgische Endoskop in seiner endgültigen Form vor. Die letzten beiden Entwicklungsstufen waren durch die Verwendung eines schlanken, flexiblen Endoskops, das durch den Arbeitskanal geschoben werden konnte, und durch die Möglichkeit der Verwendung unterschiedlicher, starrer Endoskop- Optiken mit verschiedenen Blickrichtungen gekennzeichnet.
Heute besteht die Aufgabe darin, Erfahrungen zu sammeln und neue, bessere neurochirurgische Fertigkeiten zu entwickeln. Durch klinische Versuche wird
die Entwicklung geeigneter Instrumente für die neurochirurgischen Einsatz ständig simuliert.

Indikationen für das neurochirurgische Endoskop:

  • Intra- und paraventrikulare Zysten
  • Arachnoidealzysten
  • Ependymzysten
  • Kolloidzysten
  • Epidermoidzysten
Hydrozephalus

  • Ventrikulotomie
  • Aquäduktstenose
  • Koagulation des Plexus choroidei
  • Fenestration des Septum pelludicum
  • Einsetzen oder Korrigieren eines Shunts
Tumore
  • Biopsie
  • Entfernung
  • Zystische Tumore

 

Endoskopie